Ich habe den Wilderness Survival Instructor Onlinekurs erfolgreich abgeschlossen und berichte hier über Inhalte, Prüfung und Zertifikat. Es begann aus Neugier und der leisen Faszination für das, was jenseits von Wanderwegen, Hütten und GPS-Apps liegt: die Frage, wie man in der Wildnis überlebt, wenn plötzlich kein Komfort, kein Laden an der nächsten Ecke und keine Hilfe erreichbar ist. Genau deshalb meldete ich mich für den Onlinekurs „Wilderness Survival Instructor“ auf almaoasis.com an.
Die Reise dauerte zwölf Module – kein Sprint, sondern ein stetiges Vorankommen in einer Disziplin, die älter ist als jede Survival-TV-Show. Bereits das erste Modul machte klar, dass Überleben nicht mit Macho-Gesten oder Heldentum beginnt, sondern im Kopf: mit dem richtigen Mindset, mit Achtsamkeit und mit der Bereitschaft, die Natur nicht als Feind, sondern als Umgebung zu akzeptieren, die Informationen sendet, wenn man lernt, sie zu lesen.
Es folgten Lektionen über Orientierung, über das Feuermachen unter schwierigen Bedingungen und über Notunterkünfte, die bei Kälte oder Regen binnen Minuten den Unterschied ausmachen können. Dann ging es weiter zu Wassergewinnung und -aufbereitung – ein Thema, das in der Outdoor-Szene oft unterschätzt wird, dabei aber das Fundament jeder Überlebenssituation ist. Nahrungsquellen, Jagd, Fischfang und klimatische Einflüsse schlossen sich an. Einige dieser Abschnitte erinnerten an alte Fertigkeiten, die lange vor Satellitennavigation und Outdoor-Industrie selbstverständlich waren.
Besonders eindrucksvoll war die Auseinandersetzung mit dem überlieferten Naturverständnis verschiedener indigener Völker. Nicht romantisiert, sondern als Wissensschatz, der über Generationen gewachsen ist: Welche Pflanzen essbar oder heilend sind, wie Tiere sich verhalten, welche Muster das Wetter verrät und wie man sich als Teil eines Ökosystems begreift, statt als Eindringling.
Jedes Modul endete mit einer kleinen Prüfung. Am Schluss warteten dreißig Fragen aus allen Bereichen – ein Moment, der fast an die Nervosität beim Führerschein erinnerte. Nach erfolgreichem Abschluss erhielt ich das Zertifikat zum „Wilderness Survival Instructor“.
Ein Dokument, das offiziell bestätigt, was der Kurs vermittelt hat – und dennoch sofort Fragen aufwirft. Denn in Deutschland gibt es für diesen Bereich kein standardisiertes Berufsbild und keine staatliche Anerkennung. Wer hier als Survival-Trainer oder Outdoor-Instructor arbeitet, tut dies meist freiberuflich, oft mit einem Mix aus eigener Outdoor-Erfahrung, Fortbildungen in Pädagogik, Notfallmedizin oder Erlebnispädagogik. Ein Online-Zertifikat ist dabei eher Bonus als Eintrittskarte.
Und ehrlich gesagt: Auch ich sehe es so. Der Kurs macht Spaß, vermittelt Grundlagen und weckt Interesse, aber er ersetzt weder praktische Übung noch Erfahrung im Gelände – und erst recht keine didaktische Schulung. Er erklärt, wie man Feuer macht, aber nicht, wie man einem Jugendlichen erklärt, wie man Feuer macht. Er zeigt, wie man sich orientiert, aber nicht, wie man eine Gruppe sicher führt. Die Bezeichnung „Instructor“ trägt man nicht allein durch Prüfungsfragen, sondern durch Routine, Verantwortung und Lernbereitschaft.
Trotzdem bleibt am Ende ein positiver Nachhall: Für den Preis von ca. 87 € ist der Kurs empfehlenswert. Er motiviert, erweitert den Horizont und sorgt nicht zuletzt dafür, dass das eigene Ego zufrieden lächelt, wenn das Zertifikat im Posteingang landet. Und vielleicht ist genau das der erste Schritt: nicht der Anspruch, sofort Ausbilder zu sein, sondern das Bewusstsein, dass man auf einem Weg ist – und dass der Wald, die Berge und die Wildnis noch genug zum Lernen bereithalten.
Ich habe vom Anbieter den Code OASIS10 erhalten, mit dem die Kursgebühr auf almaoasis.com um 10 % reduziert wird.
